TheLastV8 schrieb:Solche Autos sollte Mercedes wirklich nicht bauen. Aber wenn der Gewinn stimmt dann macht es Mercedes halt. Damit müßen wir leben.
Du möchtest vielleicht damit leben -
wir müssen nicht damit leben.
Ich will nicht damit leben. Ich bin gegebenenfalls Kunde und nicht Aktionär von Mercedes. Als Kunde kaufe ich auch keinen Analogkäse und kein Formfleisch. Ich stimme mit meinem Kaufverhalten ab. Als Käufer eines Produktes von Mercedes ist mir Shareholders Value zunächst schnurz. Ich will Qualität wenn ich viel Geld eigenes Geld für einen Stern auf den Tisch lege. Ich bezahle heute nicht Geld für einen von unseren Vätern "ehemals hart erworbenen" guten Ruf.
Polemik??!!
Ich habe nicht von "Hörensagen" sondern von meinen persönlichen Eindrücken berichtet. Modelle wie W115, 123, 124, 126, 140, 129 habe ich nicht nur gefahren sondern längere Zeit als Eigentümer besessen. Und als Eigentümer zahlt man für die Pflege eines Qualitätsfahrzeugs nun einmal selbst. Diese Kosten waren rückblickend betrachtet überschaubar. Für einen aktuellen aus der Garantie gelaufenen Mercedes möchte ich heute nicht kostenverantwortlich sein. Schon mal ein Steuergerät neu kaufen müssen? Schon mal Injektoren bezahlt? Die Mondpreise dafür sollen alles als technische Weiterentwicklungen rechtfertigen?
Polemik??!!
Ich vergleiche nur meine früheren Fahrzeuge mit denen die ich heute neu kaufen kann.
Die Türen der oben genannten Fahrzeuge fielen früher mit einem sonoren Ton ins Schloss. Vor allem deshalb weil viel gutes Material verwendet wurde. Eben besseres als bei der Konkurrenz. Ein Mercedes hob sich ab. War auch kein Problem, weil die Ingenieure von Mercedes damals für mehr Geld langlebige Qualität bieten mußten und konnten. An ein Chrysler Experiment/ Engagement einhergehend mit Milliardenverschleuderung bis zur Schieflage des gesamten Konzerns hätte man damals „beim Daimler“ im Traum nie gedacht.
Wenn heute beim Türenschließen Plastik auf Trompetenblech trifft hört man eben "Pläng" ... Egal bei welchem Hersteller. Pläng will aber der Kunde eines 100.000 Euro Fahrzeugs nicht hören. Also gibt es bei vielen Herstellern heute Accoustik-Design-Abteilungen. In denen wird solange mit Dämmmaterial herumgespielt bis es wieder wie früher "klingt". Es ist aber nur der Klang von früher und nicht die Qualität. Es ist Fake. Genau wie Analogkäse oder Form-/Klebefleisch von den Nahrungsmitteldesignern der Lebensmittelkonzerne.
Wenn die oben genannten Baureihen mit Lederausstattung bestellt wurden rochen diese innen auch nach Leder. Weil tatsächlich auch viel Leder verwendet wurde. Leder - nicht Imitat. Heute wird der Innenraumgeruch designt. Da schnüffeln "Maitres de Parfum" solange in den Innenräumen bis die Chemiker endlich den Geruch des vielen Plastiks wertig übertünchen können.
Klingt alles deprimierend. Dennoch bin ich nicht deprimiert. Ich lebe auch nicht in der Vergangenheit. Ich gebe nur kein eigenes Geld für diese Fakes aus. Ich fahre eigene Autos aus der alten Zeit, die zu mir und meiner Einstellung passen, spare dabei auch noch und gebe mein Geld für andere schöne Dinge als für Neuwagen aus. Für Dinge mit Gegenwert. Dinge, die mir etwas bringen.
Euer Andreas